Angriff – Gegenangriff oder Nachgeben? Zwei Tage Kata in Marburg

Marburg, 10./11.02.18, Sporthalle der Blista Marburg. Dem Angriff ausweichen, Gegenangriff, aber Uke nimmt diesen auf und dreht mich zur Seite. Ich übernehme seine Bewegungsrichtung und führe ihn weiter, als er eigentlich wollte, bis ich wieder die Oberhand habe und die Technik mit dem Brechen seines Gleichgewichts beende. Aber nein, der letzte Schritt war nicht ganz richtig und Uke soll nicht zu leicht nachgeben – also nochmal.

Zum mittlerweile vierten Mal besuchten die hochdotierten Budoka Michael Hoffmann (6. Dan Jiu Jitsu, 5. Dan Judo, 2. Dan Ju Jutsu) und Dieter Münnekhoff (5. Dan Judo) den BSC Samurai Marburg e.V., um ein ganzes Wochenende lang Kata zu vermitteln.



Kata bedeutet Form. Diese Form, die eine festgelegte Abfolge von Techniken enthält, läuft man mit einem aktiven (Tori) und einem passiven Partner (Uke) und lernt durch sie Prinzipien des Jiu Jitsu und Judo.

Die rund 30 Teilnehmer mit unterschiedlichsten Vorkenntnissen, vom Anfänger bis hin zu Profis, die schon selbst erfolgreich an Meisterschaften teilgenommen haben, beschäftigten sich am Samstag intensiv mit der Kodokan Goshin-Jutsu Kata. Diese Kata sollte eine Modernisierung des Judo als Selbstverteidigung bilden und umfasst Verteidigungen gegen Kontakt-, Schlag- und Tritt-, Messer-, Stock- und Pistolenangriffe.
Am zweiten Tag ging es mit der Juno-Kata um das Prinzip des Ju (Nachgeben, Flexibilität). Diese Kata soll die unterschiedlichen Prinzipien von Angriff und Verteidigung, des Gleichgewichtbrechens und des Siegens durch Nachgeben in stark abstrahierter Weise verdeutlichen.
Nach insgesamt zehn Stunden, in denen unermüdlich trainiert wurde, waren nicht nur alle aus gutem Grund erschöpft, sondern es rauchten auch kräftig die Köpfe. Mit neuem Wissen und einem kräftigen Motivationsschub wurden am Sonntagnachmittag die Teilnehmer, die die gute Atmosphäre beim Marburger Kata-Lehrgang immer wieder schätzen, verabschiedet.



Text: Silke Pohl
Fotos: Eiko Woesner

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